Rezession: Wie sich die Unternehmen ZF, Electrostar und Groz-Beckert jetzt anpassen

16.10.2020

Rezession: Wie sich die Unternehmen ZF, Electrostar und Groz-Beckert jetzt anpassen

Die Metall- und Elektro-Industrie Baden-Württembergs leidet stark unter den Folgen der aktuellen Krise. Lesen Sie hier drei Beispiele, wie Unternehmen darauf regieren und sich zukunftsfest machen.

Friedrichshafen/Ebersbach/Albstadt. Strukturwandel, Kostendruck, Corona-Rezession: Viele M+E-Unternehmen im Südwesten durchleben stürmische Zeiten. Für Geschäftsführer und Belegschaften ist klar: Wir müssen jetzt etwas ändern, uns wandeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. aktiv zeigt mit drei Beispielen, wie Unternehmen mit Anpassungsdruck umgehen.

Bei Electrostar tüfteln agile Teams an Lösungen

Die Corona-Krise macht auch kleineren Unternehmen schwer zu schaffen. In Ebersbach an der Fils produziert das Unternehmen Electrostar mit rund 180 Mitarbeitern zum Beispiel Händetrockner, wie man sie aus öffentlichen Toiletten kennt, außerdem Industriesauger und Handkehrmaschinen. Der Umsatz ist im ersten Halbjahr eingebrochen – bei den Handkehrmaschinen etwa um fast ein Fünftel. Was dem Mittelständler hilft, durch die Krise zu kommen: eine „agile“ Unternehmensorganisation.

„Agilität“ bedeutet, dass ein Unternehmen besonders flexibel auf unvorhergesehene Ereignisse und neue Anforderungen reagieren kann (mehr dazu: aktiv-online.de/agil). Bei Electrostar übernehmen möglichst alle, egal ob Werker, Teamleiter oder Manager, mehr Verantwortung, um die speziellen Probleme dieser Krise zu meistern.

Das Unternehmen hat zum Beispiel das Problem, dass die Nachfrage zum Teil stark schwankt. Die neue Lösung: ein abteilungsübergreifendes Team „Liefersicherheit“. Die beteiligten Kollegen prüfen, ob alle Teile rechtzeitig geliefert werden und ob Kapazitäten in der Produktion kurzfristig angepasst werden müssen. Ein weiteres Team, „Mitarbeitergesundheit“, kümmert sich um die Organisation des Arbeitsalltags unter Pandemie-Bedingungen.

Firmenchef Roman Gorovoy stellt fest: „Wir denken und handeln heute deutlich schneller und agiler als vor einigen Jahren.“ Das kann den Mittelständler krisenfester machen – ebenso wie die Fusion mit dem Unternehmen Haaga Kehrsysteme, die beide Firmen im September besiegelten. Sie gehörten bereits zuvor beide zur Algo-Gruppe und arbeiteten eng zusammen. Die Fusion eröffnet eine breitere Produktpalette, mehr Flexibilität – und hoffentlich Wachstum. Mit dem gleichen Ziel schloss Electrostar kürzlich eine strategische Partnerschaft mit dem Reinigungsgeräte-Hersteller Producteers.

 

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